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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rhûn (Begriffsklärung) aufgeführt.
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Karte der Fürstentümer Rhûns

Das Königreich Rhûn (in offiziellen Dokumenten Königreich Großgortharia) ist das größte Königreich im Osten, dass den Menschen des Westen bekannt ist. Sein Gebiet umfasst das gesamte Meer von Rhûn und reicht im Norden bis fast an die Eisenberge und im Süden bis nach Mordor hin. Seine Königsstadt ist die Stadt Gortharia. Der derzeitige König ist seit 3022 D.Z. Goran.

Geschichte

Gründung und erste Expansion

Königreich und Stadt Gortharia wurden im Jahr 50 Z.Z. von Gorthar, Sohn von Ulthar und Nachfahre Ulfangs des Schwarzen gegründet. Alten Sagen und Gerüchten zufolge vernichteten Gorthar und seine Anhänger dabei eine kleine Ansiedlung von Elben, die sich in Höhlen nahe der Küste des Meeres von Rhûn verborgen gehalten hatte. Die Stadt wuchs im Chaos des frühen zweiten Zeitalters schnell, vor allem durch Flüchtlinge, die von Westen nach Osten zogen. Noch zu Gorthars Lebenszeit breitete sich sein Einfluss entlang der Halbinsel, an deren Spitze Gortharia lag, aus. Unter seinen Söhnen wurde das Reich aufgeteilt und verlor so schnell wieder an Bedeutung, bis sein Urenkel Uldor I. all seine Rivalen besiegen und die Grenzen aus Gorthars Zeit wiederherstellen konnte. In der Folge geriet Gortharia immer wieder in Konflikte mit den Königreichen südlich, östlich und westlich ihrer Grenzen.

Zwischenzeitlicher Niedergang

Bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts des Zweiten Zeitalters war Gortharia die vorherrschende Macht am südlichen Meer von Rhûn, doch dann gerieten sie in Konflikt mit dem Reitervolk von Asamaniya. 1390 Z.Z. wurde das Heer von Gortharia vernichtend geschlagen und Gortharia wurde zu einem Vasallenstaat der Asamaniya. Knapp zwanzig Jahre später, im Jahr 1407 Z.Z. konnte Gortharia in einem Aufstand die Eigenständigkeit bereits wiedererlangen, gewann seine alte Macht allerdings nicht wieder zurück. Durch eine Reihe schwacher Könige geriet Gortharia für beinahe zweihundert Jahre in eine immer wechselnde Abhängigkeit von ihren Nachbarstaaten - meistens Gorak oder Balanjar.

Khamûls Herrschaft

Um das Jahr 1700 Z.Z. kam es soweit, dass die Hauptlinie des Königshauses beinahe ihre komplette Macht einbüßte. Stattdessen ergriff ein Adliger aus einer Nebenlinie, der als Khamûl bekannt wurde, die Macht und die Krone, und befreite Gortharia zunächst aus seiner Abhängigkeit von den Fürsten von Gorak. In einer Reihe erfolgreicher Feldzüge unterwarf er in den folgenden Jahren nach und nach sämtliche Lande am Meer von Rhûn, womit das Reich von Gortharia seine größte Ausdehnung bis dahin erreichte. Erst viel später wurde bekannt, dass Khamûl von Sauron einer der Neun Ringe geschenkt worden war. Dieser Ring verlieh ihm die Macht, ganz Rhûn zu unterwerfen, und ein unnatürlich langes Leben.

Khamûl regierte über tausend Jahre, bis zum Ende des zweiten Zeitalters mit eiserner Hand über Rhûn. Seine Nachfahren schwanden mit der Zeit dahin und seine eigene Linie erlosch noch während der ersten Hälfte seiner Herrschaft, während die ursprüngliche Königslinie weiter existierte und viele Statthalter Khamûls stellte. Mit Saurons Fall im Krieg des letzten Bündnisses verlor auch Khamûl seine Macht und musste seines Körpers beraubt aus Rhûn fliehen.

Unter wechselnder Herrschaft

Keiner der Nachfolger Khamûls bewies eine sonderliche glückliche Hand und konnten die Herrschaft über ganz Rhûn nicht aufrecht erhalten. Nach und nach gingen die Gebiete an den Rändern des Reiches verloren, bis die Könige von Gortharia nur noch über ein Gebiet herrschten, das kleiner war als jenes am Ende der Herrschaft von Gorthar zu Anfang des zweiten Zeitalters. Die westlichen Lande gingen vor allem an das junge, expandierende Gondor verloren, dass schließlich über alle Gebiete westlich der Berge von Gorak herrschte. Als Gondors Einfluss in der zweiten Hälfte des Zeitalters zu schwinden begann, geriet Gortharia zunächst unter die Herrschaft der Wagenfahrer und später der Balchoth, die wie so viele Jahre zuvor aus dem Osten nach Rhûn gezogen waren.

Herrschaft über alle Lande am Meer

Als das Balchothreich ab 2510 D.Z. zu zerfallen begann, konnte Gortharia sich erneut von seinen Fesseln befreien und begann schon bald darauf entlang des Meeres von Rhûn zu expandieren. Nach und nach wurden so bis 2770 D.Z., vermutlich bereits damals mit heimlicher Unterstützung aus Mordor, die meisten Kleinkönigreiche und Stämme am Meer unterworfen. Lediglich Dorwinion verblieb als ein Gegner, der Gortharias Heeren durch die Unterstützung der Zwerge vom Erebor mindestens ebenbürtig war. Doch die Zerstörung Erebors durch den Drachen Smaug beraubte Dorwinion seiner mächtigen Verbündeten, und nur zwei Jahre später, im Jahr 2772 D.Z. ging das Königreich Dorwinion mit dem Fall seiner Hauptstadt unter und wurde dem Königreich Gortharia eingegliedert.

Mit der Unterwerfung Dorwinions endete vorläufig die Expansion Gortharias. König Uldor IX/I. (später der Große genannt) ließ sich noch im selben Jahr zum König über alles Land am Meer ausrufen, und gründete das Königreich Rhûn mit der Hauptstadt Gortharia. Außerdem wurde die Zählung der Könige mit Uldor erneut begonnen. Im Jahr 3000 D.Z. gelang es seinem Nachfahren Ulfast, auch die letzten Gebirgsstämme in den Bergen von Gorak zu unterwerfen.

Verbündeter Mordors im Ringkrieg

Zu Beginn des Ringkriegs war Ulfang, der Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Uldor dem Großen, König von Rhûn. Er folgte Sauron zunächst ohne Zögern in sämtliche Schlachten, begann sich allerdings schon bald gegen die wachsende Einflussnahme Mordors in Rhûn zu wehren. Nach der Eroberung des Erebors wurde er deshalb in Folge einer Intrige als König abgesetzt und durch seinen Verwandten Goran ersetzt. Unter Gorans Herrschaft ist Rhûn für Mordor ein schwächerer Bündnispartner als bisher, denn die herrschende Schicht ist damit beschäftigt, sich um die Macht im Reich zu streiten, während die Bevölkerung immer kriegsmüder wird.

Administrative Gliederung

Das Königreich ist in fünf Fürstentümer (Knyaz) geteilt. Während die Fürstenwürde ursprünglich nach dem Tod des Fürsten vom König neu vergeben werden konnte, etablierte sich bald die Erblichkeit der Fürstenwürde in einer Familie. Unter Goran wurde die Erblichkeit, zum Ärger der Fürsten wieder aufgehoben, und die Fürstentümer neu verteilt.

Um den Status als Vielvölkerstaat zu überwinden, bemühen sich die Könige, Ordnung in das Chaos zu bringen. Das stehende Heer hat eine einheitliche Uniformierung und Bewaffnung, der Dialekt Gortharias ist die alleinige Amtssprache und die Regierung ist zentralisiert. Der in Gortharia vorherrschende Morgothkult wurde auf die anderen Regionen aufgezwungen. Mit der Verehrung Morgoths gehen auch Menschenopfer einher, die feierlich zur Mittsommerwende in der Königsstadt zelebriert werden. Tempel die ursprünglich den einheimischen Göttern gewidmet wurden, wurden entweder zerstört oder für Morgoth umgeweiht

Fürstentümer

Militärische Ränge

Titel Beschreibung
Zivnor Soldat
Spatin Offizier
Kapitan Hauptmann
Druzhina Königsgardist
Kamandzir Hoher Heerführer
Ahuĺny General
Boyar Adeliger
Knyaz Fürst
Kuned König

Gesellschaft

Die Gesellschaft Rhûns teilt sich in Edelfreie (=Adel), Freie, und Sklaven. Man kann in den Adel geboren oder erhoben werden, wenn man sich im Kampf ausgezeichnet hat. Diese Emporkömmlinge werden vom Geblütsadel dennoch als unterrangig betrachetet. Der Adel allein hat Herrschaftsrechte in Rhûn. Die Fürsten Rhûns rekrutieren sich normalerweise auch nur aus dem Geblütsadel. Der neue König Goran begann jedoch Krieger, die sich ausgezeichnet hatten in den Adelsstand zu erheben und mit den Fürstentümern zu versehen.

Sklaverei ist in Gortharia üblich, häufig werden Kriegsgefangene in den Süden, entweder nach Mordor, oder nach Khand und Harad verkauft. Aus Harad oder Khand werden aber genauso häufig auch Sklaven aufgekauft. Kinder von Sklaven gelten ebenfalls als Sklaven. Wird ein Sklave getötet, muss dem Besitzer gleichwertiger Ersatz erstattet werden. Man kann sich auch in Sklaverei begeben um Schulden abzubezahlen. Im Gegensatz zu normalen Sklaven werden Schuldsklaven nicht gebrandmarkt, und können auch nicht verkauft werden.

Im größten Teil Rhûns ist die Monogamie die Regel. Adelige Männer halten sich aber durchaus Konkurbinen. Nur in Balanjar sind polygame Ehen üblich. Gegen diese Sitte wird aber vermehrt vorgegangen. Ehen werden grundsätzlich arangiert, finden aber normalerweise nicht ohne das Einverständnis beider Ehepartner statt. Die Zwangsehe ist unter der Strafe der Entehrung verboten. Vor dem Gesetz sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Im Erbrecht werden Frauen dennoch benachteiligt und können nur Erben, wenn es keine Männlichen Erben gibt.

Ehre spielt für die Ostlinge eine enorme Rolle. Hat man seine Ehre verloren, gilt man als vogelfrei und man kann sie nur durch den Tod in der Schlacht für den König oder einem Selbstmord oder durch ein Urteil des Königs wiederherstellen. Wurde die Ehre verletzt, durch eine Beleidigung oder ähnliches, ist ein Zweikampf auszutragen, zwischen dem Ehrverletzer und dem Ehrverletzten. Lehnt einer der Kontrahenten den Zweikampf ab verliert er seine Ehre. Durch Verrat an Volk und König, wird nicht nur der Verräter als Ehrlos gebrandmarkt, sondern auch alle seine Nachkommen und alle lebenden Anverwandten, bis zur dritten Generation. Folgt man dem Kriegsaufruf des Königs nicht, oder verlässt die Armee, so verliert man ebenfalls seine Ehre.

Der König regiert allein und uneingeschränkt. Während König Ulfast noch seine Frau Fatima bint Natnu, die Schwester von Sûladan aus Harad, in die Politik miteinband, folgen Ulfang und Goran der Tradition Gortharias und regieren ohne die Teilhabe ihrer Ehefrauen. Die wichtigsten Berater des Königs von Rhûn sind die blauen Zauberer Alatar und Pallando, die das Land bereits im frühen Dritten Zeitalter besucht hatten, und seitdem immer wieder am Hofe erschienen.

Die Istari haben das Ziel, Rhûn Saurons Griff zu entreißen und den Ehrgeiz der Ostlinge gegen ihren Meister zu wenden. Für Pallando ist dies ein Mittel zum Zweck, ein eigentlich dem Schatten ergebenes Land für die Sache der freien Völker einzusetzen. Alatar verspricht sich davon lediglich mehr Macht für sich selbst. Auf dieses Ziel arbeiten sie unermüdlich hin, und haben König Ulfang mehr und mehr davon überzeugt, dass ihm die Macht gebührt, die momentan Sauron innehat. Die Tatsache, dass Sauron ganz Rhûn entgegen aller Traditionen seinem Diener Khamûl unterstellt hat, der mit selbst im Osten ungewohnt grausamer Hand regiert und dennoch alle eroberten Gebiete nicht für Rhûn, sondern für Mordor beansprucht, hat den Zorn der Ostlinge und ihres Herrschers nur weiter entfacht.

Mit der Absetzung Ulfangs formiert sich nun in Rhûn organisierter Widerstand gegen Gorans und Khamûls Schreckensherrschaft in Form der schwarzen Rose. Ein Aufstand scheint nahe...